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Der IT-Manager wird vom Betreiber zum digitalen Botschafter

18. Dezember 2017

Auf dem Weg hin zu As-a-Service-Ansätzen wandelt sich die IT-Funktion massiv. Die Prioritäten verschieben sich von der Technologie zu den Geschäftsprozessen. Herkömmliche Aufgaben werden obsolet, während neue sich bilden. Eine personelle Herausforderung für Unternehmen. Denn IT ist wichtiger denn je.

Dem IT-Management muss ein schwieriger Spagat gelingen: Es muss die laufenden IT-Services für das Unternehmen solide, sicher und kostengünstig bereitstellen und zugleich wichtige IT-Innovationen schnell und dynamisch integrieren können. Viele Unternehmen haben bereits erkannt, dass der technische IT-Betrieb nicht zu ihren Kernkompetenzen gehört und Leistungen gefordert sind, die sich selber kaum wirtschaftlich erbringen lassen. Sie lagern an spezialisierte IT-Partner aus und beziehen Plattform, Software und Betriebsleistungen hochwertig, günstiger und flexibler zu klar kalkulierbaren Kosten «as a Service». 

Mit der Abgabe von «IT-Commodities» entfällt der IT-Abteilung eine Bürde des herkömmlichen Tagesgeschäfts. Alleine dies führt bereits zur logischen Konsequenz, dass sich IT-Stellenprofile verändern oder verlagern, da sich klassische betriebliche Aufgaben in Luft aufgelöst haben. Hinzu kommt, dass mit dem As-a-Service-Bezug neue Fähigkeiten gefordert sind - speziell die Kompetenz, den involvierten Partner zu führen, zu fordern und dessen Leistung mit den internen Geschäftsprozessen und Fachabteilungen abzustimmen. Diese Aufgabe kann nicht ausgelagert werden. 

Nebst dieser neuen Rolle als Service-Orchestrator (und ganz unabhängig von der Sourcing-Strategie) wird vom IT-Manager künftig noch viel mehr verlangt: nämlich die Fähigkeit, die Organisation als Ganzes zu verstehen und IT-Innovation im Interesse des Geschäfts zu integrieren. Diese Rolle als «Business Enabler» ist noch herausfordernder und kann entscheidend sein für die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Denn gerade in der IT liegt viel Potenzial, um Geschäftsprozesse zu optimieren. Kaum eine andere Abteilung im Unternehmen ist in der Lage, die Abläufe entlang der gesamten Wertschöpfungskette so detailliert zu überblicken. Darum muss es zu den Kernaufgaben des IT-Managements gehören, Innovation (Automatisierung und Standardisierung, Mobile Computing, kognitive Intelligenz, Big Data, IoT etc.) mit dem operativen Geschäft in Einklang zu bringen und damit das Business zu festigen und voranzutreiben. 

Fazit: Der Wegfall betrieblicher Aufgaben in Kombination mit der Integration von Innovationen führen zwangsläufig zu einer Neuausrichtung des IT-Fachbereichs. Speziell gefordert ist die IT-Führung. Der «Next-Generation-IT-Manager» ist ein digitaler Botschafter, benötigt ein umfassendes, integriertes Verständnis für das Thema Informationsmanagement, soziale Kompetenzen und hat im Minimum einen direkten Draht in die Geschäftsleitung. Wenn er Altbewährtes loslassen kann, erwarten ihn fordernde und spannende neue Aufgaben. Fraglich ist, ob er die Voraussetzungen und den Willen hat, um mit diesen Aufgaben zu wachsen. Weil IT laufend geschäftskritischer wird und künftig über Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens entscheiden kann, werden IT-Personalentwicklung und -Personalentscheide zu einem wichtigen Management-Thema.

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